Hypotheken: Das unterschätzte Juwel für Schweizer Pensionskassen

Von Peter Bezak, Director bei Zurich Invest AG

Trotz eines Schweizer Hypothekarvolumens von über 1’200 Milliarden Franken wird der Grossteil dieser Kredite von Banken vergeben, während Pensionskassen nur einen marginalen Anteil halten. Doch mit den jüngsten geldpolitischen Entwicklungen in der Schweiz dürften Vorsorgeeinrichtungen die Situation neu beurteilen. So wird die Suche nach renditesoliden Anlagen immer dringlicher. In diesem Kontext gewinnen Schweizer Hypotheken als eine valable Anlageoption zunehmend an Bedeutung.

 

Hypotheken als Renditeperle im Niedrigzinsumfeld

In der Tiefzinsphase von 2015 bis 2021 haben sich Schweizer Hypothekenanlagen als stabile und renditestarke Alternative zu Frankenobligationen bewährt. Selbst während der Negativzinsperiode konnten sie durchweg positive Renditen erzielen. Wie Analysen zeigen, erzielen sie in der Regel eine Mehrrendite von etwa 80 bis 100 Basispunkten gegenüber Obligationen mit vergleichbarer Bonität und Laufzeit. Durch die solide Besicherung bieten Hypotheken eine kalkulierbare Renditequelle, die gerade in Zeiten tiefer Zinsen an Bedeutung gewinnt.

 

Diversifikation und Sicherheit

Neben der wünschenswerten Renditekomponente sorgen Hypotheken auch für eine wertvolle Diversifikation in Pensionskassenportfolios. Als grundpfandgesicherte Anlageform bieten sie zudem eine hohe Sicherheit, insbesondere bei Wohnbaufinanzierungen. Dennoch machen Hypotheken laut dem Bundesamt für Statistik aktuell nur 2,6 Prozent der Gesamtanlagen von Schweizer Pensionskassen aus. Dies deutet auf ungenutztes Potenzial hin.

 

SNB-Zinspolitik: Rückenwind für Hypothekaranlagen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat an ihrer Sitzung im März 2025 den Leitzins erwartungsgemäss um 25 Basispunkte auf 0,25 Prozent gesenkt. Diese Entwicklung dürfte die Attraktivität von Hypothekeninvestitionen weiter erhöhen, da tiefere Zinsen tendenziell die Nachfrage nach Krediten erhöhen und sich positiv auf die Margen auswirken können. Gerade für Pensionskassen bietet sich damit eine Gelegenheit, die sich aufgrund der fortwährend tiefen Zinsen strategisch nutzen lässt, um ihre finanziellen Ziele zu erreichen.

 

Fazit: Handlungsbedarf für PKs

Angesichts der anhaltend tiefen Zinsen und der stabilen Renditechancen von Hypotheken sollten Schweizer Pensionskassen eine stärkere Diversifikation in Betracht ziehen. Hypotheken können nicht nur eine lohnende Renditequelle sein, sondern auch das Risikoprofil von Portfolios verbessern. In Anbetracht der erwarteten geldpolitischen Entwicklungen bietet sich hier eine Gelegenheit, die nicht ungenutzt bleiben sollte. Denn: Dank kollektiver Anlagegefässe ist der Zugang zu dieser Anlageklasse heute einfacher denn je.